Am Dienstag, den 05.11.2019 fand der November-Stammtisch der CDU Griesheim statt.

 

Es war erneut ein Themenstammtisch, diesmal mit der Fragestellung „Greta Thunberg und heißes Pflaster – was bedeutet das für uns in Griesheim?“

Fraktionsmitglied Christian Olaf Schmidt, selbständiger Architekt und studierter Stadtplaner in Frankfurt, führte mit einem Impulsvortrag in das Thema ein.

 Er vergegenwärtigte uns persönliche Erfahrungen unserer ungewöhnlich heißen Sommer, die zu einer starken Aufheizung der Stadtgebiete führen. So wurden Temperaturunterschiede zum grünen Umland von 3 bis 10 Grad Celsius gemessen. Auch die dicht bebauten Gebiete von Griesheim werden dadurch buchstäblich zum „heißem Pflaster“, so Schmidt.

Da alle seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen eine globale Klimaerwärmung prognostizieren, werden wir unausweichlich mit solchen Hitzeperioden konfrontiert und müssen nach Lösungen suchen, die bei uns in Griesheim zu einer Verbesserung auch des Stadtklimas führen.

Das wärmere Klima kann man an lauen Sommerabenden und bei Freizeit am See durchaus genießen. Bei vielen Tätigkeiten führt allerdings die Hitze zu hohen Belastungen für die Menschen, insbesondere auch in fortgeschrittenem Alter. Auch die Landwirtschaft erleidet große Ertragseinbußen, viele einheimische Pflanzen und Tiere kommen mit dem Klima nicht zurecht.

So stellte sich die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg mit vielen Anderen die Frage: Was können wir tun, um das Ausmaß der Klimaerwärmung in einem erträglichen Maß zu halten? Abseits von hysterischer Meinungsaufheizung und Aktionismus bestehen hier konkrete und für uns lokal anwendbare Maßnahmen.

Christian Olaf Schmidt ging hier auf die Problematik der CO2-Emissionen ein und warnte vor zu voreiligen und nicht zu Ende gedachten Lösungen. „Massenhaft für E-Autos produzierte Lithium-Ionen-Batterien führen durch Raubbau in Afrika, Südamerika und Asien zu immensen Umweltschäden. Die überwiegende Zahl der Batterien wird in Asien unter dem Einsatz von Kohlestrom hergestellt. Auch eine Fokussierung ausschließlich auf CO2-Emissionen ist zu kurz gegriffen und übersieht die Belastung durch andere Gase wie z.B. Stickoxyde. Ein effizienter moderner Dieselantrieb mit Norm Euro 6d Temp oder besser ist in der ganzheitlichen Ökobilanz gem. „cradle-to-cradle“ sogar in vielen Fällen besser als viele Elektro-Fahrzeuge. Wir regen - auch im Sinne der Anforderung der Bürger - an, eine wirtschaftliche und effektive Mobilität, und unsere eigene Ingenieurs- und Industriekultur nicht schlechtzureden.“

Für das innerstädtische Klima seien drei Faktoren verantwortlich, die mit den Schlagworten „weiß – grün – blau“ zu benennen sind.

Weiß stehe für helle Farben, die das Licht und die Hitze reflektieren. Weißer, beziehungsweise heller Putz sei somit vor allem für Hauswände empfehlenswert. Helle Fassaden, helle Autos, vor allem helle Dächer sind unbedingt zu bevorzugen, um Hitzeinseln zu vermeiden, so Schmidt. Eine anthrazitfarbene oder dunkelblaue Dachfläche heize sich doppelt so stark auf wie eine terrakottafarbene. Auch hinsichtlich heller Straßenbeläge gibt Schmidt zu bedenken, dass die eingesetzten Materialien aufgrund der Zuschlagstoffe (Titandioxyd etc.) möglicherweise umweltschädlicher seien als herkömmliche. Außerdem könne für den Fahrer eine Blendwirkung entstehen. „Auch kann durch die Reifenabriebe und üblichen Straßenverschmutzungen der helle Belag schnell unansehnlich werden.“

Grün stehe für die Bepflanzung. Bäume und Sträucher erzeugen verbesserte Luft und ein kühleres, angenehmes Klima. Durch die Verdunstung der Bäume entsteht ein Kühlungseffekt, Schatten kühlt. „Bei der Gestaltung von Privatgärten durch die Bürger sowie seitens der Stadt bei der Planung und dem Umbau von Plätzen und Straßen wird Begrünung, im Rahmen der örtlichen Möglichkeiten, eine deutliche Klima-Verbesserung bringen. Hingegen führen z.B. Steingärten zu weiterer Aufheizung, die vermieden werden kann.“

Dass die Stadt sich des Themas bereits mit Engagement angenommen hat, wurde in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung deutlich.

Blau stehe für Wasser. Griesheim hat zwar kaum natürliche Wasserflächen wie Flüsse, Bäche und Seen. Dass die Bürger die erquickende Wirkung des Wassers aber sehr schätzen, kann man an den vielen kleinen privaten Gartenteichen und Mini-Pools erkennen.

Die an den Vortrag anschließende Diskussion der zahlreichen Anwesenden war sehr lebhaft und ausdauernd und zeigte, dass das Thema jedem an und unter die Haut geht.

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