Griesheim ist ein gut entwickelter und stark nachgefragter Standort für Leben, Arbeiten und Wohnen in Südhessen. Aus dieser erfreulichen Tatsache folgt jedoch, dass - unter anderem -  eine in die Zukunft gerichtete und nachhaltig familienorientierte Infrastruktur gesichert und ausgebaut werden muss.

Dazu gehört auch die Vorhaltung einer ausreichenden Menge an Kinderbetreuungsplätzen, nicht zuletzt aufgrund des diesbezüglichen Rechtsanspruchs der Griesheimer Bürgerinnen und Bürger.

 Daher wurde die Planungsgruppe Hildesheim mit einer entsprechenden Analyse beauftragt. Ihr fundiertes Gutachten hat hier einen zusätzlichen Bedarf von derzeit 90 Kinderbetreuungsplätzen ermittelt.

Somit ist es aus Sicht der Kooperationsparteien unverzichtbar, sich zeitnah mit der Schaffung einer notwendigen zusätzlichen Kindertagesstätte in Griesheim intensiv zu beschäftigen.

Die CDU Griesheim hat daher der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag vorgelegt, mit dem die Zustimmung zu Standortsuche und Neubau einer weiteren Kindertagesstätte empfohlen wird.

Der zu projektierende Neubau soll auch unter Berücksichtigung zweier wichtiger Aspekte erfolgen: geringer Flächenverbrauch und nachhaltige, ressourcenschonende Bauweise.

Die Realisierung bei sparsamem Flächenverbrauch ist erforderlich, weil Erweiterungsflächen der Gemarkung weitgehend begrenzt sind und eine Stadterweiterung somit nicht möglich ist. Auch in Hinblick auf weitere Bauaufgaben der Stadt wie Feuerwehr, Sport und Wohnen kommt einem sparsamen Umgang mit Bauland ein hoher Rang zu.

Die dringende Empfehlung der CDU ist dementsprechend eine kompakte, zweigeschossige Bauweise.

Durch gute Wegeführung und kluge Umsetzung des Raumprogrammes stellt dies eine uneingeschränkte hohe Qualität in Betrieb und Nutzung des Neubaus sicher.   
Durch den geringen Flächenbedarf entstehen zum einen mehr Flexibilität bei der Suche und Auswahl geeigneter Grundstücke, zum anderen eine Ersparnis im Erwerb, Ausbau und Betrieb des Grundstückes, und schließlich auch, bei gleicher Fläche, die Schaffung von mehr Außenraum als Spiel- und Erlebnisraum für unsere Kinder. 

Die zweigeschossige Bauweise hat zusätzlich folgenden ressourcenschonenden Vorzug: Durch den kompakteren Baukörper ist die Hüllfläche des Bauwerks geringer als bei einem Pavillon. Damit verringert sich der Anteil der teuren Fassade, die Baukosten pro m2 Nutzfläche können reduziert werden.

Auch für den Gebäudebetrieb ist unser Ziel, wirtschaftlich und nachhaltig zu handeln; entsprechend soll der Neubau als Passivhaus errichtet werden.

Hierfür spricht folgendes:

Neubauten sind heute nach Anforderungen der aktuellen ENEV (Energieeinsparverordnung) herzustellen. Eine gut gedämmte Fassade und eine kontrollierte Raumlüftung sind hier mittlerweile auch bei Kindertagesstätten vorzusehen.

Der Neubau als zertifiziertes Passivhaus stellt hier eine zukunftsgerichtete Ergänzung dar. Bei relativ geringem ergänzenden Erstellungsaufwand bringt ein Passivhaus - insbesondere für den Betrieb und die Betriebskosten - erhebliche Einsparpotentiale mit sich, da ca. 80% der Gesamtkosten eines Gebäudes nicht durch das Bauen, sondern durch den Betrieb im Lebenszyklus entstehen.

Insbesondere für die sog. „Primärenergieverbräuche“ können hierdurch sogar bis zu 90 % der Kosten (bezogen auf Bestandsgebäude) reduziert werden: Die Strom-, Heiz- und Betriebskosten verringern sich ohne Komforteinbußen bei einer sorgfältig gebauten dichten Gebäudehülle, bei einem minimalen Mehraufwand bei der Dämmung (ca. 10%) bezogen auf die Vorgaben der Energieeinsparverordnung. 

Weiter führen eine zugfreie Lüftungsanlage und eine optimierte Heizungsanlage zu einem allgemein besseren Klima, besserer Behaglichkeit und sparsamen Betrieb. 

Durch viele gebaute Beispiele in Hessen kann dies auch belegt werden. Andere Kommunen planen, bauen und betreiben bereits alle Neubauten nach Passivhaustandard.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Prüfung der Vergabe des Betriebes der Einrichtung an mögliche freie Träger empfohlen, insbesondere auch in Bezug auf Bau und Betrieb der Einrichtung, um dann in Abwägung eine nachhaltige, wirtschaftliche und für die Nutzer und auch die Verwaltung bestmögliche Konzeption zu erlangen.

Der Antrag wurde von der Stadtverordnetenversammlung angenommen.

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