Licht und Schatten; oder wie wird Meinung gemacht….

 (Gedanken zu einen Post auf der Website der SPD Griesheim mit dem Titel: 

„Aktuelle Entwicklungen auf der Konversionsfläche
Untersuchung der Verschattungsproblematik auf der Konversionsfläche abgelehnt - Verkehrsplaner raten von Straßensperren ab“)

 Die Schaffung von attraktivem Wohn- und Lebensraum für Alle ist eine der herausragenden Aufgaben der Politik unserer Zeit.

Jeder von uns versteht dies als wichtige Herausforderung in der Gestaltung unserer Lebenswelt; insbesondere da wir in Griesheim nur begrenzt über Flächen für Wohnungsbau / Hausbau verfügen. 

Umso wichtiger ist es natürlich, dass wir gemeinsam alle Gestaltungsmöglichkeiten nutzen, über die wir verfügen.

Die Entwicklung der Konversionsflächen auf dem ehemaligen Militärareal im Südosten von Griesheim ist eines der wichtigsten Erweiterungsprojekte der Nachkriegszeit. 

Mit größter Sorgfalt wird dieses anspruchsvolle Projekt nun durch die Stadt im Sinne einer nachhaltigen und behutsamen Entwicklung gestaltet; unter engem Einbezug aller (interessierten) Bürger der Stadt.

Entsprechend lesen wir mit Verwunderung einen Artikel der Fraktion auf der Internet-Seite der Griesheimer SPD.

Es wird von einer Hauptsorge von Bürgern gesprochen, die durch mögliche neue  Bebauungen im Süden zukünftig Verschattungen befürchten.

Es wird ausgeführt, dass die „Mehrheitsfraktion“ erst „unmittelbar vor Beginn der Bebauung“ eine entsprechende Prüfung vornehmen lassen will.

Die Sorgen der Anwohner müssen selbstverständlich ernst genommen werden; allerdings greift die Argumentation des SPD-Artikels nicht.

Im Rahmen aller Verfahren, die zu einer Bebauung führen, gibt es klare Regularien und Gesetze, die einzuhalten sind.
Entsprechend erfolgen vor Bebauungen immer Rechtsvorgänge, die sicherstellen, dass berechtigte Einwände (Gleichbehandlung, Abstandsflächen, Verschattung etc.) gehört werden.

Bebauungspläne, Bauanträge, Prüfungen nach Planungs- und Ordnungsrecht, Nachbarschaftsbelange usw.; all das findet lange vor Bebauungen in den Verfahren seinen Niederschlag.

Entsprechend verhindert bei allen Bauantragsverfahren eine rechtskonforme Vorgehensweise eine einseitige Benachteiligung auch der langjährigen Anwohner.

Darüber hinaus sei der Hinweis erlaubt, dass in Zusammenhang mit einer südlich von Bestandsbauten geplanten (rechtskonformen) Errichtung von Häusern keine kritische Verschattung ausgehen kann. (Der kürzeste Schatten entsteht, wenn die Sonne hoch - im Süden - steht).

Ansonsten gibt es in Griesheim mit seiner traditionell hohen Bebauungsdichte eine gute Kultur des nachbarschaftlichen Miteinanders; ohne die, die über viele Jahrzehnte gewachsene Bebauung nicht hätte entstehen können.
Das wissen die Kolleginnen und Kollegen aus der SPD natürlich.

Im Übrigen würde eine Verschattungsstudie zum jetzigen Zeitpunkt das Geld der Stadt kosten.

Bei einem regelkonformen Verfahren kann die genehmigende Behörde der Bauaufsicht eine Verschattungsstudie fordern, die dann vom Investor zu bezahlen ist.

Aus meiner Sicht ist das der richtige – weil sparsame – Weg.

Selbst wenn das Geld jetzt schon ausgegeben würde, wie die SPD-Fraktion es fordert, wäre es wahrscheinlich vergeblich, da erst bei einer konkreten Bauplanung eine abschließende Bewertung erfolgen kann.

 

Im Weiteren werden in dem Artikel die geplanten möglichen Szenarien der Verkehrsführung und der Straßenvernetzungen behandelt.

Seit vielen Jahren – auch nach umfassenden Beauftragungen damals unter BM Gabriele Winter – hat das Fachbüro Habermehl & Follmann eine sehr umfängliche Menge von verkehrsplanerischen Daten ermitteln und auswerten können.

Nun wird im Artikel ausgeführt, dass die „Mehrheitsfraktion“ „weitere Zählungen und Berechnungen anstrebt“.
Das ist tatsächlich weder angestrebt noch erforderlich aus meiner Sicht; die aktuell ermittelten Daten können mit denen, in den vergangenen Jahren erhobenen zusammengefasst und in Bezug gebracht werden.

Entsprechend werden hier wohl kaum weitere relevante Kosten für nicht notwendige Erhebungen entstehen, wenn bisherige Leistungen durch das Büro nochmal zusammengefasst dokumentiert werden.  Zudem liegt ja bislang nur eine verkehrsplanerische Bewertung vor und noch kein abschließend verabschiedeter Bauplan.

Es ist erklärter Wille aller konstruktiv im Stadtparlament mitwirkenden Kräfte, eine bestmögliche und  anwohnerverträgliche Lösung zu finden; auch mit einer optimalen Vernetzung aller Straßen.

 

Die Schaffung von sich gut einfügendem zusätzlichen Wohn- und Lebensraum ist im Interesse aller, denen eine nachhaltige Stadtentwicklung in Griesheim am Herzen liegt.

Ich wünsche mir, dass wir durch eine offen geführte Diskussion und den Austausch von Sachargumenten das Schüren von unbegründeten Ängsten bei Anwohnern vermeiden. 

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